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Nudisten genießen San Francisco-Yoga-Paradies

Nacktheit ist auch heutzutage in den USA ein Wagnis, das nur eine verschwindende Minderheit in der Öffentlichkeit eingehen würde. Doch seit kurzem gibt es im kalifornischen Paradies für Progressive eine neue Attraktion: Yoga hüllenlos - ganz offen auch an der "Fisherman's Warf" - einem Lieblings-Treffpunkt von Touristen aus allewr Welt.

Natürlich gibt es Juristen, denen die neue kalifornische Angewohnheit von Anfang an ein Dorn im Auge gewesen ist - genau so, wie auch die Eheschließung der Homosexuellen im Frühjahr nationwide ein Stirnrunzeln hervorrief. Aber Yoga-Enthusiasten in der Stadt haben es jetzt ganz klar aus dem Rathaus bestätigt bekommen: Die Staatsanwaltschaft kann an den nackten Yoga-Übungen nichts beklagenswertes finden. Eine Klage gegen einen der Yoga-Gurus wurde als gegenstandslos zurückgenommen, der auf diese Weise nicht nur seinen Lebensstil, sondern auch sein Buch propagiert.

Er heißt George Monty Davis und löste mit seinen öffentlichen Vorführungen am Hafen eine voreilige juristische Aktion aus. Die hatte jedoch ähnliche Auswirkungen wie das berühmte deutsche Hornberger Schießen vor langer Zeit - denn im Gegensatz zu vielen anderen Monopolen der USA erfüllt öffentlich zur Schau getragene Nacktheit in San Francisco nicht den Tatbestand des groben Unfugs. "Einfach nur nackt zu sein, ist in San Francisco kein kriminelles Vergehen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Debbie Mesloh, am Telefon. Und schon hat die Stadt eine neue Touristen-Sehenswürdigkeit.

George Monty Davis ist ein ehemaliger Theologiestudent, der geschickt genug war, in der Metropole eine Menge Geld zu verdienen - es reichte, so erklärte er der lokalen Presse, für Saisontickets des Opernhauses, seine eigene 27-Fuß-Segelyacht und einen mehr als bequemen Lebensstil.

Der Appetit der weltweiten Presse auf ungewöhnliche, ja bizarre Neuigkeiten, ist im Internet-Zeitalter geradezu gigantisch geworden. Und so dürfte Davis auch sein Buch im Laufe der Zeit zu einem Erfolg machen, obwohl er sich offiziell als "unbezahlten Straßengaukler" bezeichnet. So sah das auch die Besitzerin eines lokalen Geschäftsbetriebes, Harriet Gibson: "Da führt ein Mann vor dem Cable Car splitternackt Yoga vor - und ein Bus voller Kinder und eine christliche Schule nebenan brauchen solche Zurschaustellungen nicht", klagte sie. Andere Einheimische stimmten ihr zu. Aber jetzt wissen wir: Gegen die Shows ist juristisch nichts zu machen.

Und niemand anders als Maria Shriver, Kaliforniens First Lady und Ehefrau Gouverneur Arnold Schwarzeneggers, im Hauptberuf Journalistin, nahm sich dem Thema an und befragte Passanten, was sie von der umstrittenen Attraktion halten. Aber es zeigte sich - die Menge war interessierter an Mrs. Shriver und ihrem Gouverneursgatten als an dem Nackedei vor ihren Nasen. "Arnold Schwarzenegger, dein Mann ... ist er Präsident?" fragte eine 8-jährige die First Lady. "Nein", lautete die Antwort. Aber er war Hauptdarsteller in dem Hollywood-Film "Kindergarten-Cop". Das allerdings ist schon eine Weile her.








Erdstation E-Mail: astrocal@hotmail.com