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Gehirn-Scans lassen auf bevorstehende
menschliche Aktionen schließen
Die neue, weitreichende Technologie wurde von einem Team führender Neurowissenschaftler entwickelt. Sie gestattet es, tief in die Gehirne von Menschen zu blicken und mögliche Aktionen vorherzusagen, bevor es dazu gekommen ist. "Es ist, als würde man mit einer Fackel herumsuchen", sagt Prof. Dr. John Dylan Haynes im deutschen Max-Planck-Institut für kognitive und Hirnforschung.
Da es sich um eine so extrem aufschlussreiche Methode handelt, werden auch ernsthafte ethische Fragen aufgeworfen. Wie könnten solche Verfahren in der Zukunft angewendet werden?
Das Team versuchte zunächst mit hochauflösenden Gehirn-Scans, bestimmte Aktivitätsmuster zu erkennen, bevor man begann, sie in tatsächliche Gedanken umzusetzen, die aufdecken, was die untersuchte Person in der Zukunft zu unternehmen gedenkt. Es ist das erste Mal in der Geschichte, das Wissenschaftler damit Erfolg hatten. "Mit dem Scanner konnten wir im Gehirn nach den Informationen suchen und Dinge finden, die von außen unmöglich auf andere Weise auszumachen sind", sagte Dr. Haynes. Die Forschungsarbeit ist auf einer Serie kürzlicher Studien aufgebaut, bei denen Methoden des "Gehirn-Imaging" angewandt wurden, die z. B. Lügen, gewaltsames Verhalten und rassistische Vorurteile identifizieren konnten.
Es ist ein dramatisches Tempo, in dem sich diese Forschungsarbeit vorwärts bewegt - und der Grund liegt in der möglichen Rolle in der Ermittlungsarbeit auf dem Gebiet der Kriminalität und des Terrorismus. Man denkt an den Steven-Spielberg-Hollywood-Thriller "Minority Report", in dem Menschen sogar verhaftet, unter Anklage gestellt und verurteilt werden, bevor sie das ihnen zur Last gelegte Verbrechen auch nur begonnen habe ... nichts weiter als ein bestimmtes Image in ihrem Gehirn liegt gegen sie vor.
Verständlich, dass selbst die Forscher in diesem Bereich eine ethische Diskussion fordern, bevor die Technologie so weit ist. "Wir wollen mit diesen Dingen nicht unvorbereitet konfrontiert werden", hat Prof. Heynes in der Presse erklärt. "Wir sehen die Gefahr, dass das eines Tages auf uns zukommen könnte." Verbieten wir die Anwendung der neuen Technologie, dann müssen wir mit dem Gedanken leben, dass wir auch den Betroffenen s e l b s t die Chance nehmen, nicht zu Verbrechern zu werden.
Im Laufe der Studie haben die Forscher freiwilligen Versuchspersonen anheimgestellt, zwei Zahlen, die man ihnen erst später auf einem Bildschirm zeigen würde, entweder zu addieren oder zu subtrahieren. Sie mussten also an ihre Entscheidung denken. Interessanterweise war es den Forschern dann möglich, unter Anwendung "funktioneller magnetischer Imaging-Resonanz" mit 70%iger Genauigkeit diese Entscheidung in den Gehirnen der Versuchspersonen zu lesen. Verwendet wurde eine Software, die man entwickelt hatte, um Veränderungen der Aktivität im Gehirn-Bereich des "Medial Prefrontal Cortex" zu identifizieren.
Es scheint auch dem Laien verständlich, dass eine Menge Erfahrung mit Vorgängen im menschlichen Gehirn erforderlich ist, um gedankliche Vorgänge akkurat zu identifizieren. Und in der Tat - die Forschung hat bereits damit begonnen, optische Muster mit den dazu gehörigen Gedanken zu vergleichen und die Ergebnisse festzuhalten.
Viele Fragen erwarten in diesem Zusammenhang intelligente Antworten. Vor allem: Was für Gedanken sind in nicht allzu ferner Zukunft möglicherweise nicht mehr frei? Professor Colin Blackmore, Neurowissenschaftler und Direktor des medizinischen Forschungsrates in Großbritannien, hat in einem Artikel der britischen Zeitung "Guardian" von "Intentionen, Vorstellungen, Hintergrundgedanken, Hoffnungen und Emotionen" gesprochen.
Und schließlich beginnt eine Zeit, in der es möglich sein wird, Computer, Rollstühle, Maschinen und Roboter mit Gedanken zu steuern. Erste Versuche auf diesem Gebiet sind bereits erfolgreicher ausgegangen, als es den meisten Menschen bewusst ist. Eine völlig neuartige Art von "Gehirnarbeit" kommt auf die meisten von uns zu.
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