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a Depression? Oft ist es Niedergeschlagenheit,
sagt Columbia, NYU-Studie


Wenn der Psychiater Depression diagnostiziert, reagieren bis zu 25% der Patienten nur auf Stress, wie Scheidung oder Arbeitsplatzverlust.

Depression ist ein enormes Geschäft in den USA - für psychiatrische Institutionen, die sich mit Untersuchung und Diagnose beschäftigen - vor allem aber für pharmazeutische Unternehmen, die Medikamente zur Behandlung vermarkten: Auf 12 Milliarden Dollar wird der Markt für Pillen und Kapseln gegen Depression geschätzt.

Welche Kriterien wenden Psychiater an, um die Frage zu beantworten, ob ein Patient an Depression leidet? Anzeichen wie Stimmungen, Erschöpfungszustände, Schlaflosigkeit - auch Selbstmordgedanken und -pläne werden zur Bewertung herangezogen. Ein Handbuch, das Experten zur Diagnose benutzen, stellt fest, dass mindestens 5 solcher Anzeichen, über Zeiträume ab ca. 2 Wochen hinweg beobachtet, bereits geeignet sein können, von klinischer Depression zu sprechen. Dagegen ist der Prozess der Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen oder auch Haustieres über längere Zeit, etwa mehrere Monate hinweg, eine Ausnahme.

Die neue Studie definiert nun, dass etwa in Fällen wie Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes oder Naturkatastrophen depressions-ähnliche Symptome über längere Zeit anhalten können, ohne dass man diesen Zustand als Krankheit definieren müsste, der mit Medikamenten zu behandeln wäre. Insbesondere weisen die Autoren darauf hin, dass die Behandlung mit Medikamenten oftmals ungeeignet ist für Menschen, die sich bemühen, über Belastungen des Alltags - auch außergewöhnlichen Stress - hinwegzukommen. Eine Therapie zur Unterstützung von Patienten im derart angeschlagenen Zustand kann dagegen in diesen Fällen positiv sein und vermeiden helfen, dass aus zeitweiser Niedergeschlagenheit ein dauerhafter Zustand klinischer Depression wird.

Die Forscher - unter ihnen Michael B. First von der Columbia-Universität, der Autor eines Diagnose-Handbuchs, hat über 8.000 Personen in seine nationale Studie einbezogen. Das wichtigste Ergebnis: Menschen, die unter einer Reihe stressreicher Ereignisse leiden, zeigen oft mehrere depressionsähnliche Symptome über längere Zeit hinweg. Nur ein Teil von ihnen leidet aber unter Erscheidungen, deren Summe man als klinische Depression definieren könnte.

Einer von 6 Amerikanern leidet im Laufe seines Lebens ein- oder mehrmals unter depressionsähnlichen Symptomen. Wenn man die neue Studie berücksichtigt, könnte ihre Zahl bis zu 25% geringer sein.

Jerome Wakefield, Hauptautor der Studie, ein Forscher der Universität New York, der konzeptionelle Grundlagen der Psychiatrie zu definieren sucht, warnt davor, voreilig aus einer Reihe depressiver Anzeichen einen biologischen Zustand zu diagnostizieren, den man in jedem Fall mit Medikamenten behandeln müsste. Und Michael First von Columbia stellt fest, anstelle von Medikamenten sei in vielen Fällen die Beratungstherapie angebrachter.

In der Tat ist die Grenze zwischen dieser "kognitiven Therapie" und der Gabe von Medikamenten fließend, und die Einschätzung durch den Therapeuten, aufgrund seiner Ausbildung und Berufserfahrung, spielt eine wichtige Rolle.

Allan Horwitz, ein Forscher an der Rutgers-Universität, der die soziologischen Auswirkungen von Geistesstörungen untersucht, hat zusammen mit Jerome Wakefield ein Buch geschrieben, das diesen Themenbereich behandelt: "The Loss of Sadness: How Psychiatry Transformed Normal Sorrow Into Depressive Disorder".

"Die Menschen beginnen, zu glauben, dass dass jegliche negative Emotion unnatürlich ist, und dass man nur eine Pille zu nehmen braucht, und sich dann besser fühlt", warnt Horwitz. "Das könnte Menschen davon abhalten, Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen, die nützlicher wären als die Einnahme von Medikamenten."












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