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UC Berkeley: Reparieren menschlicher DNA-Defekte mit Vitaminen
Forscher der weltberühmten Berkeley-Universität gehen davon aus, dass Menschen gegen eine Gebühr um EUR 60 innerhalb von 5 Jahren ihre DNA testen lassen können, um dann mit ärztlicher Hilfe schadhafte Enzyme mit Vitaminen nach Maß zu reparieren. Berkeleys wissenschaftlicher Nachrichtendienst zitiert Nicholas Marini, einen Forscher der Universität, der sagte: "Viele Menschen laufen vielleicht mit nur einem schadhaften Gen oder zwei leicht beschädigten Genen herum, die zunächst geringe Effekte haben mögen, aber mit Vitamin-Ergänzung repariert werden können". Er rät der Öffentlichkeit: "Lassen Sie sich testen!"
Jasper Rine, Professor für Molekular- und Zellenbiologie, weist darauf hin, dass in der biomedizinischen Forschung bereits seit Jahrzehnten Krankheits-Gene gefunden werden, die "biologisch interessant, genetisch wichtig - und für die Betroffene furchterregend sind". Er selbst habe sich daher mit Informationen beschäftigt, die Menschen motivieren können, ihre eigenen
Genom-Sequenzen ermitteln zu lassen. Viele genetische Unterschiede mit negativen Auswirkungen, so schreibt er in dem US-Journal "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)", lassen sich durch die einfache Einnahme von Vitaminen in den Normalzustand zurückführen.
Der Hauptautor der Studie, Nicholas Marini, teilt dazu mit, Ärzte seien bereits dazu übergegangen, zahlreiche seltene und potentiell tödliche metabolische Defekte mit Vitaminen zu korrigieren, die durch Mutationen in kritischen Enzymen entstanden sind. Menschen, die von solchen metabolischen Krankheiten betroffen sind, haben oftmals ein schadhaftes Gen oder zwei defekte Kopien, die ihre Werte leicht destabilisieren und Effekte hervorrufen, die man mit Vitaminen neutralisieren kann. Die Untersuchung solcher Fälle ist in vollem Gange, fügt Marini hinzu: "Ich wäre nicht überrascht, wenn jedermann andere Vitamindosen benötigen würde, basierend auf den genetischen Voraussetzungen, die bei jedem Menschen vorhanden sind. Die Studien begannen damit, dass man die Funktion menschlicher Gene untersuchte, indem man sie in Hefezellen übertrug, wo die unterschiedlichen Funktionen gut ermittelt werden können. Rine und Marini sind überzeugt davon, dass die auf diese Weise erhaltenen Resultate auf die Situation innerhalb menschlicher Organismen anwendbar sind. Diese Forschung wurde teilweise durch DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) und die US-Armee finanziert in der Hoffnung, defekte Enzyme bei
Militärangehörigen auf diese Weise mit Vitaminen zu korrigieren.
In dem Forschungspapier ist von der Analyse eines menschlichen Enzyms namens Methylenetetetrahydrofolat-Reductase - oder MTHFR - die Rede. Dieses Enzym benötigt ein B-Vitamin, Folsäure, um korrekt zu funktionieren. Es spielt eine Schlüsselrolle in der Synthese von Molekülen, die in die Nucleotid-Bausteine der DNA eingehen. Einige Krebs-Medikamente, wie zum Beispiel Methotrexat, zielen auf MTHFR ab, um die DNA-Synthese und damit das Tumor-Wachstum zu verhindern.
DNA-Proben von 564 individuellen Versuchspersonen vieler menschlicher Rassen und ethnischer Gruppen sind bisher in die Arbeiten einbezogen worden. Mitarbeiter der Firma Applied Biosystems in Foster City, Kalifornien waren daran beteiligt. Sie fanden drei gewöhnliche und 11 ungewöhnliche Varianten der untersuchten Enzyme. Die letzteren machten weniger als 1% aus. Die verwendete Hefe stellt ein gut geeignetes Modell für den menschlichen Metabolismus dar. Es zeigte sich, dass die Gabe zusätzlicher Folsäure geeignet war, die leicht defektive Enzym-Aktivität zu normalisieren.
Die gesundheitlichen Auswirkungen dieser Normalisierung sind derzeit noch nicht zufriedenstellend erforscht. Aber Folsäure ist dafür bekannt, einen Schutz gegen Geburtsdefekte bei Menschen zu gewähren und auch gegen Herzkrankheiten und Krebs zu wirken. - Marini und Rine gehen davon aus, dass der Durchschnittsmensch mehr als 5 Enzyme besitzt, die durch Vitamin- und Mineralgabe in ihrer Wirkungsweise verbessert werden können. Bei über 600 menschlichen Enzymen spielen Vitamine und Mineralien als sogenannte Ko-Faktoren eine Rolle.
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