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a YouTube: Weniger Publikums-Interesse
an Billig-Amateurvideos?

Seit mindestens einem Jahr haben YouTube und andere ähnliche Video-Websites Heimvideos gezeigt, die man eher als primitive Effekthascherei und Tricks mit Haustieren bezeichnen konnte, als als Profi-Qualitätsarbeit. Eines der in den USA erfolgreichsten YouTube-Videos, eine Tanznummer, ist von fast 20 Millionen Besuchern angeklickt worden. Das berühmte Ghyslain Raza-Video eines Teenagers, der so tut, als würde er in dem Film "Krieg der Sterne" kämpfen, ist mit 900 Millionen Einschaltungen sogar das sehr wahrscheinlich erfolgreichste Video im weltweiten Internet geworden:
http://news.bbc.co.uk/1/hi/entertainment/6187554.stm
Aber jeder, der ernshafte Hoffnungen hegt, auch in Zukunft die Aufmerksamkeit vieler Interessenten zu erregen, sollte sich heutzutage überlegen, eine Hollywood-ähnliche Ausbildung im Drehbuchschreiben, Filmproduktion, Arbeit mit der Kamera und anderen Aspekten dieses Geschäfts zu erhalten. Denn die Dinge verändern sich - in dramatischem Tempo.

Warum? Weil auch Besucher von Web-Seiten, auf lange Sicht gesehen, unterhalten, und sogar weitergebildet werden wollen - nicht nur amüsiert durch kurze Clips mit Situationskomik. Sogar Kinder entdecken mittlerweile wieder Interesse an Network-Produktionen viel höherer technischer Qualität. Und die Erwartungen, soweit es das World Wide Web betrifft, steigern sich weiter. "Late Night"-Talkshow-Host David Letterman, der Comedy-Channel, Clips von Horrorfilmen und Science Fiction finden mehr Zuschauer, und Studios in Hollywood sowie anderswo in der Welt beginnen, darüber nachzudenken, wie man im Internet mehr Geld verdienen kann.

Der Amerikaner Scott Kirsner hat kürzlich ein Buch zu diesem Thema veröffentlicht: "The Future of Web Video". Es geht in die Tiefe und betrachtet das Showbusiness, genau so wie die gesamte Unterhaltungslandschaft in den USA. Es erklärt, wie sich diese Kultur bald verändern wird - beginnend schon mit der unmittelbaren Zukunft. Scott hat Pioniere wie Judson Lappaly ("Die Evolution des Tanzes") sowie Fritz Grobe ("Extreme Diet Coke and Mentos") befragt, der auf die Idee gekommen ist, Diät-Cola-Flaschen vor der Kamera riesige Fontänen erzeugen zu lassen, was das Publikum vorübergehend begeisterte. Er hat Hardware- und Software-Firmen befragt, um herauszufinden, was auf diesen technologischen Gebieten in Zukunft möglich sein wird. Die Resultate überraschend niemanden, der sich in letzter Zeit mit den Entwicklungen intensiv beschäftigt hat.

Wenn man Schwierigkeiten damit hat, den Reiz der heutigen YouTube-Inhalte zu verstehen, erklärt Kirsner, dann sollte man in die Vergangenheit zurückgehen und sich die Clips anschauen, die vor Jahrzehnten in der Pionierzeit der Filmindustrie gelaufen sind. Da waren simple Aufnahmen von Arbeitern, die eine französische Fabrik verließen, interessant - und ein Gärtner wurde gezeigt, den andere mit Wasser aus seinem eigenen Gartenschlauch bespritzten. Dafür haben die Leute damals sogar Geld bezahlt! In letzter Zeit haben ähnliche kleine Clips fast der gleichen Art die Anfangsphase der Webvideos markiert - und die ersten Audio-Podcasts waren auch nicht gerade extrem kreativ. Doch das hat sich kürzlich geändert. Namen wie HBO, CBS, NBC, Sportsender wie ESPN, Investment-Gurus wie Jim Cramer, der öffentliche Sender NPR, National Public Radio - die Profis kommen in großen Zahlen mit Erfolg ins Netz.

Soweit es die Technologie angeht, werden Webvideos schon bald in häuslichen Wohnzimmern gesehen werden können, und nicht mehr nur auf den Bildschirmen der Computer. Das dürfte ein wesentlicher Durchbruch werden, weil reguläre Fernsehsendungen und Webvideos dann gegeneinander konkurrieren müssen. Hoffentlich wird diese Entwicklung den Konsumenten zum Vorteil gereichen - und mehr talentierte Menschen anlocken. Hoffentlich werden sie eine Motivation spüren, sich auch auf diesem Sektor auf globaler Ebene weiterzubilden und von einer Unterhaltungsbranche zu profitieren, die praktisch keine Grenzen mehr kennt. Die Zeiten ändern sich ... und sie könnten nicht noch interessanter sein als heute.









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