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Was in aller WELT ist los
mit Windows Vista?
Wie nun sogar Microsoft's Steve Ballmer zugibt, liegen die Vista-Verkaufszahlen weit unter den Erwartungen der Finanz-Analysten. Nach einer Story in "Citytechlife.com", ist er "sehr verärgert" und macht Piraten verantwortlich. Könnten in der Tat hunderttausende oder gar Millionen möglicher Microsoft-Kunden vom Kauf entmutigt worden sein, nur wegen der Piraten? Sind sie irritiert wegen vieler unterschiedlicher Versionen? Fürchten sie, nicht die passenden Treiber zu finden, um ihre Computer mit Vista zu fahren? Oder haben sie einfach beschlossen, zu warten, mit Windows XP, das perfekt in der Lage ist, die meisten der Aufgaben zu erledigen? Derzeit, am 19. Februar 2007, scheint letzteres am wahrscheinlichsten zuzutreffen. Aber, wie Experten einräumen, sind Ballmers Statements keinesfalls völlig unbegründet.
Auch Microsoft-Aktionäre scheinen langsam unruhig zu werden, nach etlichen kritischen Kommentaren der technischen Analysten und Endverbraucher in letzter Zeit.
Es ist herzlich wenig, was man tatsächlich unbedingt braucht, hieß es in vielen Kommentaren in den USA und anderswo in der Welt. Auf vielen Computern würde Microsoft Vista aus Gründen der Hardware-Details nicht oder nicht zufriedenstellend laufen. Microsoft habe keine Liste der Software-Programme anderer Unternehmen heausgebraucht, die für Vista ungeeignet seien. Und sehr detaillierte Maßnahme gegen das nicht autorisierte Herunterladen von Filmen und Videos könnten zu Probleme bei der Benutzung führen - vor allem dann, wenn es sich um hochwertige Videos mit hoher Auflösung handelt.
Besondere Gründe für die Furcht vor Piraterie scheint es vor allem in "emerging markets", also Märkten zu geben, die auf dem Computersektor noch nicht so voll entwickelt sind wie westliche Länder: Brasilien, China, Indien, Russland, usw. Steve Ballmer, Microsoft's CEO, gab auf einer Konferenz gegenüber Wall Street-Experten bekannt, man wolle sich gerade in diesem Teil der Welt um ein Zurückdrängen der Softare-Piraterie bemühen. Nach Angaben der amerikanischen "Business Software Alliance" hat das seine Gründe: 64% der in Brasilien verwendeten Software besteht aus nicht autorisierten Kopien. In China sind es gar 86%, in Indien 72%, in Russland 83% - alle Zahlen stamen aus de Jahre 2005.
Eine besondere Rolle spielt bei Microsoft seit dem vergangenen Herbst eine Strategie, die das Unternehmen "Windows Genuine Advantage" nennt. Wer die regelmäßig erscheinenden technologischen Sicherheits-Updates herunterladen, will, muss sich eine Prüfung gefallen lassen, bei der Microsoft herausfindet, ob die im Computer benutzte Software tatsächlich legal erworben wurde. Leider gab es auch dort Probleme, und der Konzern musste von mehreren Seiten herbe Kritik einstecken. Dennoch hat Ballmer soeben verkündet, dass die Anwender von Vista in Zukunft sogar noch intensivere "Schnüffeleien" über sich ergehen lassen müssen, bis Redmont mit ihrem Equipment zufrieden ist und die gewünschten Updates liefert.
Experten wie Leo Laporte, einer der bekanntesten und populärsten "Tech Guys" in den USA, hat immer wieder darauf hingewiesen, dass unter den verschärften Anti-Piraten-Maßnahmen Microsofts vor allem die ehrlichen Käufer der Software zu leiden haben: "die Piraten wissen, was sie tun müssen, um diese Maßnahmen zu umgehen", versetzte Laporte erst vor einigen Tagen wieder. Er benutzt sowohl Windows XP als auch Windows Vista im Büro und zu Hause ... auf Vista verzichtet er bei seinem Videoschnitt-Computer, weil Vista mit der von ihm verwendeten Software Schwierigkeiten hat. Und das ist ein Statement, das viele Vista-Käufer nicht gern hören wollen .. und aus diesem Grunde den Neukauf am liebsten noch eine Weile verschieben.
Armin Berlin
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