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Tabak-"Verdampfer"-Zigaretten:
Die wahre Sache?
Ersatz der Zigarette mit tabakgefüllten Plastikröhrchen ... der Tabak wird heiß, aber es kommt kein Rauch zu Stande und daher auch keine ungesunden Substanzen, die beim Rauchen entstehen.
Zigarrettenraucher haben es schwer - nicht nur in den deutschsprachigen Ländern Europas, sondern auch anderswo in der Welt. 33 Länder - von Norwegen bis Kuba - haben teils dramatische Beschränkungen erlassen. Sie gelten vor allem für das Rauchen in der Öffentlichkeit. Aber mehr und mehr Behörden fangen an, die Konsumenten auch vor sich selbst zu schützen - ob sie es wollen oder nicht.
Versuche, den herkömmlichen Glimmstängel durch neuartige Hightech-Erzeugnisse zu ersetzen, sind schon seit Jahren im Gange und waren bisher nicht sehr erfolgreich. Zigaretten mit niedrigem Nikotingehalt haben sich als wenig vorteilhaft im Interesse der Gesundheit des Rauchers erwiesen.
NicStic ist relativ neu und hat einige Vorteile - aber durchaus auch Nebenerscheinungen, die es für viele Verbraucher als wenig attraktiv erscheinen lassen.
Das Plastikröhrchen mit Tabakinhalt ist so groß wie eine Zigarette und enthält eine Heizspirale, die den Tabak verdunstet, statt ihn zu verbrennen. Man setzt ein Filter auf ein Ende des Röhrchens, und innerhalb von Sekunden ist der Inhalt heiß genug, um dem Anwender eine Ladung Nikotin zum Einatmen zu verpassen - und zwar ohne Teer, Arsen, Cadmium und Formaldehyd der regulären Zigaretten. Das bedeutet, man kann dieses Produkt wohl auch in der Öffentlichkeit in den meisten Ländern benutzen, ohne gegen ein Gesetz zu verstoßen.
€80 sind für ein "NicStic-Kit" in Europa zu berappen. Dazu gehört ein kleiner Behälter aus Plastik, drei Adapter für den Anschluss an das Stromnetz in verschiedenen Ländern der Welt, und ein Karton mit Filtern. Den Strom liefern 3,7 V-Lithium-Batterien, wie sie auch in digitalen Kameras und Handys benutzt werden. Hat man sie einmal aufgeladen, so liefern sie genug Energie, um 20 Ladungen Tabak verbrauchergerecht zu verdunsten.
Experten können sich trotz allem immer noch nicht vorstellen, dass das neue Produkt von einem bisherigen Zigarrettenraucher auf Dauer über Jahre hinweg angewendet werden wird. "Es könnte aber als eine nützliche Brücke von allen benutzt werden, die sich den Tabakgenuss in Zukunft abgewöhnen wollen", sagte Dr. Giacomo Mangiaracina, seines Zeichens Anti-Raucher-Aktivist der italienischen Gesellschaft für Studien der Effekte des Tabakgenusses.
Leider ist NicStic, wie gesagt, nicht perfekt, sondern es hat eine unangenehme Eigenschaft: aus dem Plastikröhrchen entweicht beim Verdunsten des Tabaks ein unangenehmer Geruch - unangenehm sogar für den Raucher selbst. Das ist eine Tatsache, die dem Produkt auch langfristig gesehen ohne weiteres den Garaus machen könnte. Bereits in der Vergangenheit hatten die Tabakfirmen in den USA versucht, eine rauchlose Zigarette zu schaffen. Sie waren nicht erfolgreich, weil sie ebenfalls einen merkwürdigen Geruch erzeugten, mit dem sich bisherige Raucher nicht abfinden wollten. Manche hatten auch einen unangenehmen Geschmack.
Der Tabakkonzern R. J. Reynolds brachte eine rauch-reduzierte Zigarette auf den Markt, die unter dem Namen "Eclipse" vertrieben wird. In Europa hat ein rauchloses Erzeugnis aus Deutschland mit dem Namen "Bel Air" Interesse erzeugt. Es wird von dem Unternehmen "Metropolitan Worldwide" vermarktet und soll in den USA schon bald angeboten werden.
Amerikas High-Tech-Magazin "Wired" brachte kürzlich eine interessante Story mit vielen Einzelheiten. Darin stand, NicStic habe das Interesse eines Projektmanagers namens Andrew Davies verfehlt, der oftmals auf Flughäfen in Bereichen warten muss, in denen er normale Zigaretten nicht rauchen darf. Er steckte sich ein NicStic ins Gesicht, schrieb "Wired", vermisste jeglichen Geschmack und jeglichen "Kick" und bezweifelte, dass tatsächlich 2 mg Nikotin darin enthalten sind, wie es die Hersteller per Behälter-Aufdruck behaupteten. Und dann, so "Wired", ging er nach draußen und rauchte eine mitgebrachte "Peter Stuyvesant".
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