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Studie zeigt: 95% der Internet-User zwischen 18 und 24 kopieren Musik durch File Sharing, zu Hause, sogar Radio
Mehr als die Hälfte der jungen Leute tauschen CD-Kopien aus, oder überspielen Songs per Memory Stick von und auf Computer-Festplatten. Auf diese Weise gehen sie nicht das Risiko ein, sich im Internet einen Virus oder Trojaner einzufangen.
Feargal Sharkey ist ein ehemaliger Sänger bei den Undertones und jetzt Vorsitzender der Unheberrechtsgruppe "British Music Rights". Er teilte angesichts der neuen Zahlen mit, es handle sich um eine "riesige Herausforderung" für die Musikindustrie. Drei Jahrzehnte, nachdem das kostenlose Überspielen von Musik auf Musikkassetten im großen Stil begann, könne man heute sagen, dass das Kopieren zu Hause in der britischen Kultur fest verankert ist.
Nur etwa eine von 20 Kopien, so Sharkeys Industrieverband, werde ordnungsgemäß bezahlt. Und der neue Aspekt: die Online-Kopien sind winzig, im Vergleich zum Überspielen außerhalb des Internets. Wenn es nicht gelingt, das Vebraucherverhalten entscheidend zu ändern, sagt er, dann sei das ein Grund, für die nächste Generation der Musiker, schwarz zu sehen.
Die Bemühungen der Industrie in England haben sich bisher auf die Online-Kopien konzentriert. Bei Musik-CD's gibt es sogar den Trend, Kopierschutz-Verfahren abzubauen, weil sie oftmals legale Käufer abschreckten, wenn es zu Hause damit auch beim
normalen Abspielen Probleme gab. BMR gibt an, die neue Studie, die auf Befragungen einer statistisch relevanten Zahl von 1.158 jungen Leuten im angegebenen Altersbereich beruht, sei die erste alademische Erhebung dieser Art überhaupt. Sie soll der Musikindustrie Anhaltspunkte über das Verhalten der Konsumenten geben. Nun haben sie diese Informationen - und sie sind nicht glücklich darüber.
Viele Chefs der Plattenfirmen in westlichen Ländern fürchten, dass sich trotz aller Ermahnungen und Bemühungen das Problem weiter verschlimmern dürfte, bevor eine Besserung zu erwarten ist. Auf der anderen Seite hieß es immer, dass Konsumenten, die Musik kopieren, auch mehr CD's und Internet-Kopien von Anbietern kaufen als andere. iTunes ist der Marktführer und erfreut sich weiterhin eines enormen Zuspruchs. Man kann also nicht sagen, dass die Industrie heutzutage keine Einnahmen hat.
Dennoch: Vor allem das Tempo, in dem die digitale Überspielung von Musik praktiziert wird, ist amtemberaubend, sagt Sharkey. Viele Teenager haben illegal kopierten Material im Werte von Tausenden von Euro auf Computer-Festplatten und CD's. Der Durchschnitt liegt in England angeblich bei etwa £750.
BMR bemüht sich jetzt auf europäischer Ebene um andere Möglichkeiten der Musikindustrie, an Geld zu kommen. Dazu gehören Geräteabgaben - auch Werbeeinnahmen sind im Gespräch, obwohl es dazu noch keine detaillierten Vorstellungen zu geben scheint. Auf jeden Fall, so Sharkey, wird sich die Industrie sehr schnell etwas einfallen lassen müssen - damit die nächste Generation der Musikschaffenden nicht mittellos wird.
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