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Der amerikanische (Kabelfernseh-) Traum
Nicht nur Bill Gates und Hewlett/Packard haben mit Erfindungsreichtum und Innovation in den USA wahre Imperien geschaffen: eine moderne Erfolgsgeschichte begannen ein Vater und sein Sohn im Jahre 1964: Ralph J. und Brian L. Roverts starteten in Tupelo, US Staat Mississippi eine Familien-Kabelgesellschaft mit Einnahmen von weniger als $100,000. Im Laufe der Jahre bauten sie ihr Unternehmen in ein 21.47-Millionen-Dollar-Projekt aus. Sollte sich ihr Angebot zum Kauf der Walt-Disney-Gesellschaft jetzt bald als erfolgreich erweisen, so könnten sie Eigentümer eines Unternehmens mit 179.000 Arbeitnehmern und Einnahmen von $45 Milliarden werden.
Brian L. Roberts präsentierte am vergangenen Mittwoch in dem New Yorker St. Regis-Hotel vor Medienvertretern und Analysten seine zukünftigen Vorstellungen. David Yelland, Mitarbeiter der Online-Ausgabe der ehrwürdigen LondonerTimes schrieb dazu, er sei Zeuge einer der besten Beispiele geschäftlicher Kommunikation seit langem gewesen.
Man muss dazu wissen, dass der Sohn des ursprünglichen Familien-Kabel-Unternehmens vor weniger als zwei Jahren ein 50,8 Milliarden-Dollar-Angebot zum Kauf von AT&T Breitband unterbreitete - zu dieser Zeit eineinhalb mal so groß wie Gigant Comcast. Sowohl der Stil als auch die Kunst der Kommunikation unterscheiden sich zwischen dem Roberts jr. - "Jungunternehmer" und Michael Eisner extrem. Eisner liebt es, sich im Glanz und Gloria der Hollywood-Elite zu bewegen, die in letzter Zeit aber einiges von ihrer Leuchtkraft eingebüßt hat. Roberts und sein Vater sind dagegen vergleichsweise geradezu Langweiler - aber sie scheuen nicht davor zurück, ihre Hausaufgaben rechtzeitig zu machen.
Die Comcast-Kabelgesellschaft hat im Laufe der vergangenen 30 Jahre hervorragend laviert und steht finanziell wirklich beneidenswert da - besser als etliche Unternehmen, die in den USA und weltweit einen wesentlich besseren Ruf besitzen.
Wenn Roberts Vater und Sohn dieser Tage mit einem Nachteil fertig werden müssen, dann besteht er darin, dass sie offenbar etwas weniger Übung im Umgang mit den Mächtigen in Washington besitzen. Die aber könnten ihnen trotz aller finanziellen Erfolge der letzten Zeit beträchtliche Schwierigkeiten bereiten. Zumal die Bundesfernmeldebehörde FCC der US-Regierung neuerdings ihre Aufgabe der Regulierung amerikanischer Medien ernster als in der Vergangenheit zu nehmen scheint.
Was Comcast in der Präsentation als Schätzung der Einnahmen aller vier großen amerikanischen Fernsehgesellschaften vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisation) vorführte, war in der Tat beachtlich:
NBC: $1,4 Millionen
Fox: $900 Millionen
CBS: $800 Milionen
ABC: 0
Die Vorteile, die Comcast bei einer Übernahme der Walt Disney-Gesellschaft erwarten könnte, sind enorm: nicht nur steigt die Aktie Disneys in letzter Zeit wegen der hervorragenden Produktivität der Gesellschaft rasanter als in ihrer gesamten Geschichte - auch die Vergnügungsparks verdienen jetzt eine Menge Geld - trotz einiger Ungereimtheiten der letzten Zeit hat das Unternehmen in der Öffentlichkeit nach wie vor ein hervorragendes Image, was man von Comcast nicht unbedingt behaupten kann.
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Erdstation
E-Mail: astrocal@hotmail.com
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